Monthly Archives: Oktober 2011

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Mein Unwort des Jahres 2012: Prozessoptimierung

Mein Unwort des Jahres 2012: Prozessoptimierung

Wenn Sie mich fragen würden, was für mich das Unwort des Jahres 2012 ist, dann würde ich Ihnen wie aus der Pistole geschossen antworten: Prozessoptimierung. Als Psychologin, die einerseits eine kleine Beratungspraxis führt, andererseits in einen organisationalen Kontext eingebunden ist, erhal

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Von Glück, Neuroplastizität und Optimismus

Von Glück, Neuroplastizität und Optimismus

  Es ist nicht immer leicht den eigenen Vorstellungen entsprechend zu leben. Zum Leben gehören kleinere und größere Krisen und auch Phasen, in denen man nicht mit großem Optimismus unterwegs ist. In solchen Momenten tut es ganz gut neue Eindrücke aufzunehmen und sich damit zu befassen w

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Die Antwort auf Burnout: Das Resilienzkonzept

Die Antwort auf Burnout: Das Resilienzkonzept

Momentan erscheint fast täglich in der aktuellen Presse ein Titel, der sich mit dem Burnout – Syndrom beschäftigt. Was häufig fehlt ist eine klare Antwort, wie mit der Problematik umgegangen werden kann. Meiner Meinung nach bietet das Resilienzkonzept eine hervorragende Möglichkeit Stress, K

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Führung mit Druck und Kontrolle

Führung mit Druck und Kontrolle

  Im Coaching habe ich häufig Menschen die unter ihren Arbeitsbedingungen leiden. Ein Grund für dieses Leiden ist der Umgang von Vorgesetzten mit ihren Mitarbeitern. Ich wünsche mir dann, dass nicht der Mitarbeiter zu mir kommt, sondern der Chef des Coachee. Kommen Chefs, dann sind sie dar

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Bambusmanagement – oder wie man mit Komplexität umgeht

Bambusmanagement – oder wie man mit Komplexität umgeht

Führungskräfte haben es nicht leicht. Komplexe Strukturen, eigensinnige Mitarbeiter, harte Vorgaben zur  Zielerreichung, karriereschädigende Zugeständnisse, um wenigstens noch einen Hauch an persönlicher Integrität zu wahren…was liegt da näher als Abläufe streng rational anzugehen und ei

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Kennen Sie INQA?

Kennen Sie INQA?

INQA steht für die Initiative Neue Qualität der Arbeit und wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt und  fachlich begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). INQA enthält für Arbeitgeber und für Arbeitnehmer wertvolle Hinwei

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Innovation oder wie kommt das Neue in die Firma ?

Innovation oder wie kommt das Neue in die Firma ?

Seit vielen Jahren faszinieren mich Erfindungen. Ob es dabei um den Spätzleshaker geht oder um kleine, iPad ferngesteurte Spielzeugdrohnen ist mir eigentlich egal. Die Faszination liegt im Denken des Undenkbaren. Leider ist es mir bisher nicht gelungen selbst eine so großartige Erfindung wie z.B

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Auch Organisationen können krank werden

Auch Organisationen können krank werden

Manche Organisationen strahlen schon beim Betreten eine eigenartige Stimmung aus, z.B. Krankenhäuser oder Behörden. Und wenn Sie als Mitarbeiter in verschiedenen Unternehmen tätig waren, dann fallen Ihnen diese Unterschiede dadurch auf, dass ungeschriebene Gesetze existieren, wie z.B. „lautes L

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Wie werden Sie als Mitarbeiter zukunftsfähig?

Wie werden Sie als Mitarbeiter zukunftsfähig?

In den vergangenen Wochen habe ich mich verstärkt damit beschäftigt, welche Kompetenzen den entscheidenden Unterschied in der persönlichen Zukunftsfähigkeit eines Mitarbeiters machen. Ich habe dazu wissenschaftliche Veröffentlichungen aber auch  Blogartikel gelesen und  Bücher gewälzt. U

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Wie die Psychologie das Netz erobert

Wie die Psychologie das Netz erobert

Eine kritische Anmerkung vorweg: Ich bin Psychologin geworden, um mit Menschen zu arbeiten. Die technologischen Entwicklungen der vergangenen Jahre stellen  meine Berufsgruppe vor neue Herausforderungen und bieten gleichzeitig phantastische Möglichkeiten. Der unmittelbare Kontakt zum Menschen ist

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Mit Resilienztrainings Burnout in Unternehmen verhindern

Mit Resilienztrainings Burnout in Unternehmen verhindern

Ich bin immer wieder überrascht weshalb es einfach nicht gelingen will die Burnout-Raten zu senken. Dabei bietet das Resilienzkonzept eine echte Lösung an. Mitarbeiter in Unternehmen können resilientes Verhalten  lernen und damit aktiv bei der Vermeidung eines Burnout unterstützt werden. Daz

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Psychologie App als Taschentherapeut

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Haben Sie ein iPhone? Oder ein iPad? Dann können Sie sich ab sofort einen kleinen Taschentherapeuten gönnen. Sonja Lyubomirsky, Professorin an der University of California, hat eine App entwickelt mit der Sie eine Gebrauchsanleitung für das Glück bekommen. Genauer: Eine Anleitung zum Glücklic

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Coach werden

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In letzter Zeit häufen sich bei mir die Anfragen von Menschen die gerne "Coach werden" möchten. Meist kommen sie durch Empfehlung auf mich zu, um mal eben ihr Projekt mit mir zu besprechen. Es ist dann relativ schnell klar, dass die Vorstellungen mit Blick auf den Zielberuf noch nicht einem Real

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Wann wirkt Teamsupervision?

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In vielen psychosozialen Einrichtungen wird Teamsupervision mittlerweile als Dauerangebot für Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Der Supervisor kommt in regelmäßigen Abständen, um sich mit Arbeitsteams über deren Befindlichkeit zu unterhalten. Mit Recht fragt man sich was das bringen kann.

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Xing, Twitter, Facebook, Google+ – welches Netzwerk ist zur Crowd Intelligence fähig?

Xing, Twitter, Facebook, Google+ - welches Netzwerk ist zur Crowd Intelligence fähig?

Mit Xing habe ich angefangen. Vor 4 Jahren. Das hat mir lange Zeit gut gefallen, die Gruppen hatten und haben teilweise immer noch durchaus Tiefgang und der Inspirationsfaktor war und ist auch manchmal jetzt noch hoch. Dann hab ich mich bei Facebook angemeldet. Damit werd ich einfach nicht warm

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Prinzip Hoffnung oder wie man schwierige Arbeitssituationen für die persönliche Entwicklung nutzt

Prinzip Hoffnung oder wie man schwierige Arbeitssituationen für die persönliche Entwicklung nutzt

Sie haben einen Job den sie nicht lieben? Sie quälen sich jeden Morgen zur Arbeit und fragen sich wozu sie diesen Job machen? Sie haben innerlich gekündigt? Sie sind dabei sich einen neuen Job zu suchen?Unzählige Klienten befinden sich in genau dieser Situation. Sie möchten einfach etwas ganz

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Gibt es das Phänomen des “Organizational Burnout”?

Gibt es das Phänomen des Organizational Burnout?

Diese Frage beschäftigt mich, seit ich verschiedene Organisationen von innen erlebt habe. Was soll das sein, ein organisationales Burnout? Viele ausgebrannte Mitarbeiter die die Organisation anstecken? Nein. Gustav Greve, der Autor des gleichnamigen Buches beschreibt ein Phänomen, das ihm im Lau

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Ich verkaufe Leichtigkeit

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Als Dienstleister steht man vor der Frage wie man ein Produkt, in meinem Fall Coaching, fassbar macht. Coaching kann man nicht anfassen,  riechen, schmecken, durch die Gegend tragen.  Man kann es  nicht verpacken, in ein Schaufenster stellen, auf Messen bewerben, fotografieren…Man kann es wortr

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Sanfte Rebellen gegen Burnout

Sanfte Rebellen gegen Burnout

 „Neustart- Wege aus der Burnout Falle“ titelt die aktuelle Spiegel Ausgabe. Es geht darum wie Unternehmen ihre Mitarbeiter künftig vor dem Ausbrennen schützen wollen. Folgende Strategien werden in unterschiedlichen Unternehmen erprobt: Die Reduktion der e-mail Flut Gymnastikpause neben d

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Management by Oxygen – oder was gute Führung mit Sauerstoff zu tun hat

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Sie sind jetzt sicher irritiert. Was hat gute Führung mit Sauerstoff zu tun? Sollen Sie als Chef jetzt auch noch für gute Luft sorgen? Sie haben ohnehin schon genug am Hals. Seit Wochen recherchiere ich über Google Alerts den Suchbegriff „Gute Chefs“. Erstaunliches fördert man da zu Tage.

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Geschafft!

Seit Wochen bastle ich nun mit Unterstützung von Halil  an meinem Blog mit integrierter Webseite. Nun könnte man ja sagen, Psychologen sollten eigentlich andere Sachen machen. Stimmt! Mach ich auch, aber ich muss gestehen, dass ich durchaus eine gewisse Leidenschaft für dieses Medium entwickelt habe. All das wäre nicht möglich ohne die vielen engagierten Blogger durch deren Seiten ich wirklich viel gelernt habe. Besonderer Dank gilt den Verfassern meiner derzeitigen  Hauptlektüre:

Vladimir Simovic

Die ultimative Praxisanleitung zum Erstellen eines WordPress-Blogs von Vladimir Simovic und Thordis Bonfranchi-Simovic kann ich uneingeschränkt empfehlen. Ich bin wahrlich kein Profi, das mittlerweile bei mir vorhandene Wissen würde ich als Halbwissen bezeichnen, aber genau deshalb kann ich das Buch empfehlen: Ich verstehe den Inhalt. Das ist  nicht bei allen Werken zum Thema Blog erstellen der Fall!

Sehr hilfreich bei der Arbeit am eigenen Blog fand ich die Seite von Christina Fuchs alias  blog vanvox.  Hier finde ich immer wieder gut verständliche Anleitungen z.B. zum Einbau von Social Media Buttons, zu Google Analytics und zur Suchmaschinenoptimierung.

Und auch wenn ich jeden Tag wieder etwas Neues finde, wie diese Seite noch verändert werden könnte: Jetzt ist erst mal Schluss!

Ich werd’ mich jetzt wieder mehr um die Psychologie kümmern, um Potenzialentwicklung und Potenzialanalysen, um Positive Psychologie und natürlich um Neues im Bereich Psychologie und Web 2.0.

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen in Form von Kommentaren. Auch über Besuche auf der GründerInnen-Seite und auf meinem Kaffeepsychologie-Blog!

Die Antwort auf Burnout: Das Resilienzkonzept

Momentan erscheint fast täglich in der aktuellen Presse ein Titel, der sich mit dem Burnout – Syndrom beschäftigt. Was häufig fehlt ist eine klare Antwort, wie mit der Problematik umgegangen werden kann. Meiner Meinung nach bietet das Resilienzkonzept eine hervorragende Möglichkeit Stress, Krisen und Burnout professionell zu bewältigen. Martin Luitjens und Ulrich Siegrist, die Autoren  des „3o Minuten Resilienz“ Ratgebers schaffen es auf 96 Seiten kurz, prägnant und fundiert einen Einblick in das Resilienzkonzept zu geben. Wer einen ersten Einstieg in die Thematik der seelischen Widerstandsfähigkeit sucht, ist mit „30 Minuten Resilienz“ gut beraten.

Was mir sehr gut gefällt: Das Buch ist nicht zu theoretisch aber auch nicht zu flach. Es gibt praktische Anleitung zum Umgang mit Krisen und zur Förderung von Resilienz. Mit Beispielen aus der Coaching – Praxis der Autoren wird das Konzept greifbar und anwendbar.  Ein Kurz-Fragebogen, zur Erstellung des eigenen Resilienzprofils, rundet das Werk ab.

Ich befasse mich seit mehreren Jahren mit dem Resilienzkonzept.  Da es für meinen Geschmack immer ein bisschen zu lange dauert, bis sich die Forschungsergebnisse in der Praxis durchsetzen, möchte ich Ihnen mit dem folgenden Übersichtsartikel einen kleinen Einblick in die Ergebnisse  der Resilienzforschung geben.

Die Erkenntnisse über resilientes Verhalten basieren überwiegend auf einer Langzeitstudie: 698 Kinder der hawaianischen Insel Kauai, die im Jahr 1955 geboren wurden, wurden 40 Jahre lang von der Psychologin Emmy Werner begleitet. Sie wollte wissen, wie sich frühe negative Erfahrungen auf Psyche und Entwicklung der Kinder auswirken, die alle in ein riskantes Umfeld hineingeboren wurden.

200 der Kinder galten als hochgradig gefährdet. Sie waren schon an ihrem zweiten Geburtstag Risikofaktoren wie Armut, Streit und Trennung der Eltern ausgesetzt. Jeder hätte bei diesen Faktoren Entwicklungs- und Verhaltensstörungen erwartet. Die Ergebnisse der Studie waren bahnbrechend: Zwei Drittel der Kinder entwickelten tatsächlich schwere Lern- und Verhaltensstörungen, wurden im Jugendalter straffällig oder hatten psychische Probleme. 30 Prozent der Kinder wuchsen jedoch zu gesunden Erwachsenen heran, die gut mit ihrem Leben und ihren Partnern zurechtkamen. Alle hatten trotz großer wirtschaftlicher Probleme ihres Landes Arbeit und waren nicht straffällig geworden. In den geführten Interviews sprachen sie wenig über Ärger, eher über Mitgefühl für andere Menschen. Oft war ein Lieblingslehrer ihr positives Rollenmodell, die Schule ein Zufluchtsort.

Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber Entwicklungsrisiken. Resilienz bezieht sich auf die Bewältigungskompetenz. Es zeigen sich starke Parallelen zum Salutogenese-Konzept von Aaron Antonovsky: Nicht was krank macht interessiert, sondern was Menschen gesund hält, trotz gesundheitsgefährdender Risiken.

Es findet beim Resilienzkonzept eine Umkehrung der Risikoforschung statt: Diese konzentriert sich darauf, welche Risiken im Lebensverlauf verstärkt das Entstehen psychischer Erkrankungen fördern. Als Risikofaktoren bezeichnet man: elterliche Scheidung, chronische familiäre Disharmonie, elterliche Psychopathologie wie Alkoholismus, Depression etc. Über die Beobachtung großer Unterschiede im Umgang von Kindern mit Risikofaktoren, erkannte man, dass es Kinder gibt die hier mit Verhaltensauffälligkeiten reagierten und andere die unter diesen schweren Lebensbedingungen stark werden und seelisch wachsen. Es zeigt sich, dass einige Kinder als Produkt erfolgreicher Bewältigung widriger Umstände erstaunliche Fähigleiten besitzen, mit negativen Einflüssen umzugehen. Zum Beispiel weisen 90% der Kinder mit einem kranken (schizophrenen Elternteil) entgegen der früheren Erwartung keine psychische Störung auf.

Lange Zeit wurde das Phänomen der psychischen Widerstandfähigkeit von der Forschung ausgeblendet. Es bestand die Tendenz sich hoffnungslos auf die Probleme der Menschen zu konzentrieren, sowie auf alles was falsch laufen kann. In der Literatur wurden resiliente Kinder lange als unverwundbar und extrem stark dargestellt. Sogenannte Wunderkinder. Niemand machte sich die Mühe die Bedingungen und Faktoren für die Entwicklung von Widerstandsfaktoren genauer anzuschauen. Bei der Erforschung von Lebensläufen dieser Kinder, kam man zu dem Schluss, das Resilienz ein dynamischer Entwicklungs- -und Anpassungsprozeß ist. Sie ist somit kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine Kompetenz die im Laufe eines Kinder – bzw. Jugendlichenlebens erworben wird. Die Interaktion (Wechselwirkung) Kind-Umwelt kann resilient machen. Aus heutiger Sicht ist die aktive Rolle des Individuums im Resilienzprozess entscheidend, d.h. die Art und Weise wie der Mensch mit Stress und Risikofaktoren umgeht. Resilienz ist somit eine variable Größe. Menschen müssen nicht immer gleich resilient sein. Es kann sein, das ein Kind resilientes Verhalten zeigt, als Jugendlicher hingegen eine erhöhte Verletzlichkeit aufweist. Dies spielt vor allem bei den Entwicklungsübergängen eine Rolle: z.B. der Übergang vom Kindergarten in die Schule. Resilienz meint deshalb eine elastische Widerstandsfähigkeit, immer an die situativen Faktoren angepasst. Somit erwirbt man Resilienz nicht einmal und hat sie. Sie muß durch Umgebungsbedingungen unterstützt werden. Resilienz ist situationsspezifisch und multidimensional. Resilienz in einem Lebensbereich, kann nicht unbedingt auf alle anderen Lebensbereiche übertragen werden. So können z.B. Kinder die chronischen elterlichen Konflikten ausgesetzt sind, in Bezug auf schulische Leistung resilient sein, aber nicht unbedingt in Bezug auf die Entwicklung sozialer Kontakte und Beziehungen. Deshalb spricht man von einer situations- und lebensbereichspezifischen Resilienz. Der Fokus liegt auf erfolgreicher Bewältigung, auf Kompetenzen und Stärken.

Schwere Lebensereignisse bieten die Chance einer neuen Lebensgestaltung und persönlichen Weiterentwicklung. Keine Defizitorientierung. Der Schwerpunkt liegt auf Fähigkeiten, Potentialen und Ressourcen eines Menschen, ohne vorhandene Probleme zu ignorieren oder zu unterschätzen. Von Interesse ist wie mit Stress und Stressbewältigung umgegangen wird, und wie Bewältigungskapazitäten aufgebaut bzw. gefördert werden. Man fragt also: Was stärkt den Mensch? Ein reparaturorientiertes Förderverständnis wird vermieden. Stattdessen kommt es zur Suche nach Selbstkorrekturkräften.

Ein weiterer Fokus wird auf die Eigenaktivität gerichtet: Der Mensch wird als aktiver Bewältiger und Mitgestalter seines Lebens gesehen, durch effektiven Gebrauch sogenannter interner und externer Ressourcen. Menschen werden nicht als passives Prägeprodukt äußerer Einflüsse verstanden.

Wichtig: Kinder können sich nicht selbst dauerhaft resilient machen, sondern brauchen maßgeblich Unterstützung und Hilfe von außen. Kinder sind auf stützende Systeme angewiesen (mehr als Erwachsene) und haben weniger Erfahrung mit Stressoren, sie können ihre Ressourcen nur vage einschätzen. Manche Bewältigungsstrategien, die Erwachsene praktizieren, sind für Kinder mit Sanktionen verbunden. ( eine Situation verlassen, z.B. in der Schule; die Leistung verweigern z.B. über Krankmeldung etc.) Deshalb ist es wichtig Kinder schon früh an aktive und konstruktive Formen der Stressbewältigung heranzuführen. Damit wirkt man der sogenannten generalisierten Selbstzuschreibung von Inkompetenz entgegen.

Ein Beispiel: Die sogenannte erlernte Hilflosigkeit: Die wiederholte Erfahrung unkontrollierbaren Ereignissen hilflos ausgeliefert zu sein. Hierdurch entsteht die Neigung, dies auch auf andere Lebensbereiche oder Aufgaben zu übertragen. Anforderungen die vorher erfolgreich bewältigt wurden, werden dann als unüberwindbare Belastung empfunden. Macht ein Mensch immer wieder die Erfahrung, dass er keine Veränderungen bewirken kann, dass seine Handlungen nicht die gewünschten Effekte erzielen, dass er Ereignisse nicht kontrollieren kann, dann entsteht das Gefühl von Hilflosigkeit. Menschen erleben dann kontrollierbare Ereignisse als unkontrollierbar. Deshalb gehört zur Förderung wichtiger Resilienzfaktoren, die Entwicklung von Problemlösefähigkeit, die Förderung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung und die positive Selbsteinschätzung. Außerdem die Stärkung der Motivation zur Bewältigung von Herausforderungen.

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Foto: istockphoto/Pesky Monkey