Yearly Archives: 2011

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Gute Vorsätze und PsychoGyms

© Andrey Zyk - Fotolia.com

Vorgeschichte

Dr. Maja Storch leitet das Institut für Selbstmanagement und Motivation, ein Spin-Off der Uni Zürich. Sie entwickelte, gemeinsam mit Dr. Frank Krause, das Züricher Ressourcenmodell (ZRM). Hierbei geht es um die Entdeckung und Nutzung eigener Ressourcen, um die Vergrößerung des eigenen Entscheidungsspielraums und um eine Erweiterung des persönlichen Handlungsrepertoires. Mit dem Training werden neue Handlungsmuster entwickelt, die in schwierigen Situationen im Beruf und Alltag abgerufen und optimal angewandt werden können. Es dient dazu die eigene Handlungskompetenz langfristig und nachhaltig zu trainieren. Damit fällt es leichter die guten Vorsätze für’s Neue Jahr umzusetzen!

Eine gut verständliche Einführung gibt dieses Filmchen (10Min)

Rezension:

Maja Storchs Arbeit fasziniert mich und ich war entzückt, als ich sah, dass es ein neues Buch von ihr und Julius Kuhl –einem Altmeister der Persönlichkeitspsychologie- gibt:

Die Kraft aus dem Selbst, Sieben Psychogyms für das Unbewusste.

Bei diesem Buch handelt es sich nun um ein Rezensionsexemplar. Ich habe mich gefreut, dass der Verlag nach Anfrage ein Exemplar zusandte. So  begann ich zu lesen, mit der Absicht rasch einen kleinen Artikel zu schreiben. Das Buch hab ich nun seit zwei Monaten und mit dem raschen Schreiben war es rum. Es ist ein komplexes Werk, in das wohl  ein Großteil der Forschung von Julius Kuhl mit eingeflossen ist. Und es ist keine leichtverdauliche Kost. Maja Storch’s Bücher, die ich bisher gelesen habe, zeichnen sich dadurch aus, dass sie solides psychologisches Wissen einfach und auch für Laien verständlich, darstellt. Ich bin noch nicht sicher, ob dies auch für das vorliegende Werk gilt.

Inhalt:

Der Klappentext verspricht Trainingsformen für den Kontakt zum eigenen unbewussten Potenzial.

Mit Hilfe von vier Personen, die in ihrer Persönlichkeitsausprägung übersteigert dargestellt werden, werden die 4 Teilsysteme der von Julius Kuhl entwickelten PSI-Theorie (PSI=Persönlichkeits-System-Interaktionen) erklärt. Da diese Theorie ebenfalls sehr komplex ist sollten Interessierte sich den Artikel von Kuhl zu Gemüte führen, wenn sie weitergehende Informationen möchten.

http://www.diffpsycho.uni-osnabrueck.de/vorles/seminar/PSI-light_Kuhl2005.pdf

Die vier Teilsysteme sind:

  • Die intuitive Verhaltenssteuerung
  • Der Verstand
  • Der Fehler – Zoom
  • Das Selbst

Obwohl jeder Mensch über alle Teilsysteme verfügt, arbeitet man meist mit einem bevorzugten. Ziel einer nachhaltigen Persönlichkeitsentwicklung sollte sein, auf alle vier Teilsysteme gleichermaßen Zugriff zu haben.

Dies ist ein gutes Stück Arbeit und genau darum geht es bei den Psychogyms.

Praktisch sei dies an einem Beispiel erläutert:

Wenn Sie bei Aufgaben, die nachdenken erfordern, innehalten und den Verstand einschalten, wird dieses Teilsystem aktiviert. Wird schnelles Reagieren auf Veränderungen notwendig, wie z.B. beim Flirten, Tanzen, Basketball spielen,  aktivieren Sie die intuitive Verhaltenssteuerung. Befindet sich ein Mensch bevorzugt im Fehler-Zoom, so nimmt er sehr schnell die Dinge wahr, die nicht passen, sozusagen immer das Haar in der Suppe zuerst.

Das vierte Teilsystem „das Selbst“ lässt sich nicht mit einem Satz beschreiben. Es gilt als Teil des Erfahrungsgedächtnisses. Dieses Erfahrungsgedächtnis wird als „Hochleistungswunder“ bezeichnet weil es Zugang zu sämtlichen Lebenserfahrungen, die in einer Situation relevant sein können, liefert. Beim „Selbst“ handelt es sich um den Teil des Erfahrungsgedächtnisses, der sich auf die eigene Person bezieht.

Hat man einen guten Zugang zum Selbst, fällt der Umgang mit leidvollen Erfahrungen oder mit Stress leichter. Man spricht dann von einem gut differenzierten Selbst.

Das Selbst ist in der Lage körperliche Empfindungen und Gefühle einzubinden. Es kann durch Parallelverarbeitung viele, auch widersprüchliche Gefühle, gleichzeitig berücksichtigen.

Es kann die eigenen Gefühle regulieren ohne dazu andere Menschen zu benötigen.

Es verfügt über

  • innere Sicherheit: Die Fähigkeit bei schwierigen Erfahrungen auf die eigenen positiven Anteile zu vertrauen.
  • Unbewußte Steuerung: D.h. das Selbst läßt sich nicht ohne weiteres vom bewußten Verstand kontrollieren.
  • Feedbackverwertung: Die Fähigkeit die Auswirkungen des eigenen Handelns, auf der Basis körperlich gespürter Rückmeldungen, auszuwerten
  • Wachsamkeit (Vigilanz) Eine ständig wirkende, breite Aufmerksamkeit die im Hintergrund des Bewusstseins abläuft. (s. S. 51)

 

Die PsychoGyms:

Storch und Kuhl entwickeln 7 PsychoGyms um den Zugang zum Selbst zu erleichtern. Genaugenommen handelt es sich um Werkzeuge, die Sie in die Lage versetzen, Ihr Unbewusstes zu trainieren. Und das ist das eigentlich faszinierende am Buch. Das Unbewusste wird aus der Mottenkiste freudscher Zeit befreit und zum Gegenstand moderner psychologischer Forschung gemacht. Und es lassen sich durchaus praxistaugliche Materialien aus dem Gesamtwerk destillieren.

 

Dies wäre dann auch meine Anregung:

Wenn es jetzt noch ein reines Arbeitsbuch, mit kurzer, knapper Erklärung zu den PsychoGyms gäbe, dann wäre meinem Bedürfnis nach Verständlichkeit für die Welt genüge getan. Dann hätte man die Möglichkeit, das Hauptwerk zum Verstehen zu lesen und für den praktischen Einsatz, ohne zu großen theoretischen Überbau, das Arbeitsbuch. Natürlich wird das Buch der scientific-communitiy gerecht, aber ob das Wissen so wirklich all diejenigen erreicht, die gerne ihren Zugang zum Selbst ausbauen möchten ist fraglich. Ich hatte durchaus Momente wo ich das Buch weglegen wollte, weil es mir zu sehr ins Detail ging. Es ist zweifelsohne ein fundiertes Werk mit hohem wissenschaftlichem Anspruch. Ich könnte es jedoch in dieser Form Klienten nicht empfehlen, da es ohne psychologisches Vorwissen nur schwer zu lesen ist. Das ist schade, weil ich gerade diese Kompetenz bisher bei Maja Storch so geschätzt habe. Vielleicht wird ja noch eine kleine Film-Sequenz, wie bereits beim Züricher Ressourcen Modell, auf YouTube gestellt.

Eine APP zu einem anderen Buch von Maja Storch, zu „Machen Sie doch was sie wollen-wie ein Strudelwurm den Weg zu Zufriedenheit und Freiheit zeigt“ gibt es übrigens schon bei iTunes:

http://itunes.apple.com/de/app/wurm-bilanz-von-maja-storch/id477691890?mt=8

Was mir gefällt: Das Buch enthält Selbststests wie z.B. “Welche Affektregulation brauche ich?” und “Welches PsychoGym brauche ich?” Außerdem zahlreiche nützliche Arbeitsblätter.

 

Über eine Rückmeldung zu diesem Artikel, in Form eines Kommentars, freue ich mich. Mich würde interessieren ob Sie die Buch-Besprechung verständlich fanden. Wenn dies so ist, dann empfehlen Sie den Artikel doch weiter.

weitere Literatur von Maja Storch:

Machen Sie doch was Sie wollen!

Das Geheimnis kluger Entscheidungen

Selbstmanagement ressourcenorientiert

 

 

Entspannen Sie sich mit einem Blick in die Schneekugel…

….und lassen Sie sich nicht kurz vor Weihnachten auch noch stressen!

Ich freue mich auf mehr Zeit im neuen Jahr (hoffentlich), auf neue Artikel und neue Projekte, die schon angedacht sind und wünsche Ihnen

Frohe Weihnachten!

 

Linsen mit Spätzle oder „Kann man Glück essen?“

© Jasmin Merdan - Fotolia.com

Es geht auf diesem Blog immer noch um Psychologie, web 2.0 und Potenzialentwicklung. Und weil zur Psychologie das Glück gehört als Gegenpol zum Unglück, oder eher klinisch, zur Depression, geht’s heute eben auch mal um’s Essen.

Sonst geht es beim Glück eher um Aktivitäten, die einen FLOW-Zustand begünstigen. Dieser Begriff geht auf den amerikanischen Glücksforscher und Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi zurück.

Der Zustand des FLOW ist charakterisiert durch Aktivitäten, die herausfordern aber nicht überfordern.

Überträgt man Csikszentmihalyis Erkenntnisse z. B. auf das Kochen, so wäre die alltägliche Essenszubereitung dann glücksfähig, wenn man sich Kochrezepte aussucht, die ein gerade noch bewältigbares Anforderungsniveau haben.

Dann wird bereits das Kochen selbst zum Flow – oder auch Glückserlebnis.

Schaut man nun welches Essen am ehesten Glück verheißt, so darf natürlich nicht fehlen, dass man sich auch unglücklich essen kann. Ganz anschaulich zeigt dies der Film des amerikanischen Regisseurs

Morgan Spurlock: SUPERSIZE ME


 

den er in Reaktion auf eine Schadensersatzklage zweier massiv übergewichtiger Mädchen gegen McDonalds drehte.

Die Mädchen machten McDonalds den Vorwurf, dass sie nur deshalb dick seien, weil sie sich mit fast food ernährt hätten. Die Klage wurde zurückgewiesen. Spurlock wollte wissen was passiert, wenn man sich einen Monat lang nur bei McDonalds ernährt. 30 Tage lang nahm er nichts anders zu sich. Zu seinen selbstauferlegten Vorgaben gehörten

  • 3 Mahlzeiten pro Tag,
  • jedes Produkt auf der Speisekarte mindestens einmal
  • und nicht mehr als 2000 Schritte gehen pro Tag.

 

Immer wenn er gefragt wurde, und nur dann, bestellte er ein Supersize Menü, also die maximale McDonalds Größe, die in den USA z.B. beim Getränk, aus einem Liter Cola besteht.

 

Was passiert?

Spurlock nimmt rapide zu, sein zuvor idealer Cholesterinwert steigt um 65 Punkte, die Leberwerte werden bedenklich. Am Ende seines Experiments hat er rund zwölf Kilo an Gewicht zugenommen. Schon nach drei Wochen zeigt sich sein Allgemeinarzt alarmiert. Die inzwischen katastrophalen Leberwerte seines Patienten vergleicht er entsetzt mit denen eines Alkoholikers:

“Wären Sie Alkoholiker, wäre ich nicht überrascht, aber dass so etwas vom Fast-Food-Essen kommen kann…”, staunt der Internist und rät Spurlock, das Experiment sofort abzubrechen, um bleibende Schäden oder ein Leberversagen zu vermeiden. Doch der Filmemacher hält durch.

Bald zeigt Spurlock auch psychische Veränderungen:

Er ist fahrig oder lethargisch, schleppt sich durch den Tag, seine Laune bessert sich nur, wenn die nächste Mahlzeit ansteht. Suchtverhalten stellt sich ein, das alle Lebensbereiche erfasst. Selbst sein Sexualleben wird durch die Burger-Diät beeinträchtigt.

Das Resumee: Spurlock weist nach einem Fast-Food Monat Anzeichen einer depressiven Symptomatik auf.

Es geht auch anders!

Eine im Journal of the American Medical Association veröffentlichte Studie, vermutet einen Zusammenhang zwischen der sogenannten Mittelmeerdiät, die überwiegend aus Gemüse, Obst, Nüssen und Fischen besteht und dem Ausbleiben einer Depression. Im Rahmen dieser Studie wurden 10.000 gesunde Spanier zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Wer sich besonders strikt an die Mittelmeerdiät hielt hatte eine deutlich geringeres Risiko an einer Depression zu erkranken.

Dies liegt vermutlich an den sogenannten Botenstoffen. Der menschliche Körper ist eine kleine Chemiefabrik. Er ist in der Lage sogenannte Glücksstoffe zu produzieren. Die Produktion dieser Stoffe kann man durch Ernährung etwas beeinflussen.

Eine große Rolle scheint hier Serotonin zu spielen.

Serotonin ist ein Botenstoff, der bei Depressiven im Blutserum um ca. 50% niedriger ist als bei Nicht-Depressiven. Serotonin gilt als Botenstoff der inneren Ruhe, der Ausgeglichenheit und des Glücks. Gebildet wird es auf natürlichem Weg mit Hilfe von Tryptophan einer essentiellen Aminosäure. Sie kann vom Körper nicht selbst gebildet werden und muss mit der Nahrung zugeführt werden.

Tryptophan kommt in den folgenden Lebensmitteln vor:

Camembertkäse (0,37g/100g),

Kalbfleisch (0,35g/100g),

Erdnüsse (0,32g/100g),

Sonnenblumensamen (0,31g/100g),

Thunfisch (0,3g/100g),

Hühnerei (0,23g/100g),

Haselnüsse (0,2g/100g),

Kakaobohnen (Schokolade),

Haferflocken (0,19g/100g),

Weizenkeime (0,16g/100g),

Datteln und Bananen.

Kakao weist neben dem hohen Fettanteil zusätzlich eine Vielzahl verschiedener, teils wertvoller Inhaltsstoffe auf. Schätzwerte liegen bei ca. 300 verschiedenen Substanzen. Die wichtigsten sind: Arginin, Dopamin (Neurotransmitter), Histamin, Magnesium, Serotonin (Neurotransmitter), Tryptophan.

Die stimmungsaufhellende Wirkung nach dem Verzehr von Kakao wird durch  einen Anstieg des Serotonin- und Dopaminspiegels hervorgerufen. Zuckerhaltige Zubereitungen aus Kakao – wie Schokolade – verstärken diese Wirkung durch die weitere Steigerung der Serotonin- und Dopaminproduktion.

Das enthaltene Phenylethylamin dagegen wird zu schnell im Körper abgebaut, um eine Wirkung zu erzielen; die enthaltenen Mengen an Dopamin und anderen Stoffen sind zu gering, um eine direkte Wirkung zu erzeugen.

Tryptophan konkurriert beim Durchgang durch die Blut-Hirn Schranke mit anderen Aminosäuren. Kohlenhydrate erleichtern es Tryptophan ins Gehirn zu kommen. Bitterschokolade gilt als gesündeste Schokoladenvariante.

Bananen

Die Banane enthält zwar nur 18 Milligramm Tryptophan. Das ist weniger, als andere Lebensmittel enthalten. Dafür liefert sie reines Serotonin. Wenn Sie Bananen mit etwas Honig essen, sorgt der Honig dafür, dass alle anderen Aminosäuren vom Insulin in die Muskeln transportiert werden und nur Serotonin und Tryptophan ins Gehirn gelangen.

Weitere Aminosäuren die gute Laune begünstigen:

Phenylalanin: Hilft Noradrenalin, Dopamin und Endorphine zu bilden. Ist in Käse, Fleisch, Fisch, Nüssen, Reis, Ei

Tyrosin: wird aus Phenylalanin hergestellt, hilft Dopamin,  das für die Entstehung des FLOW-Gefühls mitverantwortlich ist, herzustellen. Enthalten in Käse, sehr viel in Parmesan, Erbsen, Sojabohnen, Fleisch.

Serin: Sojabohnen und Erdnüsse.

Lysin: Fisch und Hülsenfrüchte.

Linsen

Wie alle Hülsenfrüchte besitzen auch Linsen einen hohen Eiweißgehalt. In Kombination mit anderen eiweißhaltigen Lebensmitteln sind sie ein vollwertiger Fleischersatz. Um in den Genuss möglichst aller essenziellen Aminosäuren zu kommen, ergänzt man sie am besten mit Kartoffeln, Gemüse, Salat, Getreideprodukten, Nüssen und Samen, aber auch mit Eiern oder Milchprodukten.

Der Anteil an komplexen Kohlenhydraten liegt bei mehr als 50 Prozent, Linsen sättigen also gut und lang anhaltend. So kann kontinuierlich Glucose an die Körperzellen abgegeben werden, ein wichtiger Energielieferant z.B. für Gehirn und Nerven.

Da Linsen – wie alle Hülsenfrüchte – einen niedrigen glykämischen Index aufweisen, sind sie ein ideales Nahrungsmittel für Diabetiker.

Und jetzt der Clou: Schwaben wissen offensichtlich schon lange wie man sich sein eigenes Glück im Winter macht:

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit und damit auch mit dem Beginn des Winterblues kommen sie auf den Tisch. Die Linsen mit Spätzle. Und wenn ich an einen alten Freund denke, dann weiß ich, dass es jetzt höchste Zeit für die jährliche Einladung zu eben diesem Gericht wird. Wir sind beide der Meinung, dass es nichts Besseres gibt, als mit ein paar Leuten „Linsen mit Spätzle“ zu essen und damit der Winterdepression zu entkommen.

Ja, man kann Glück essen!

 

 

Literatur:

Csikszentmihalyi, Mihaly: FLOW Das Geheimnis des Glücks

Almudena Sanchez-Villegas; Miguel Delgado-Rodriguez; Alvaro Alonso; Javier Schlatter; Francisca Lahortiga; Lluis Serra Majem; Miguel Angel Martinez-Gonzalez.Association of the Mediterranean Dietary Pattern With the Incidence of Depression: The Seguimiento Universidad de Navarra/University of Navarra Follow-up (SUN) CohortArch Gen Psychiatry, 2009; 66 (10): 1090-1098

http://archpsyc.ama-assn.org/cgi/content/short/66/10/1090

 

 

 

 

 

Geschafft!

Seit Wochen bastle ich nun mit Unterstützung von Halil  an meinem Blog mit integrierter Webseite. Nun könnte man ja sagen, Psychologen sollten eigentlich andere Sachen machen. Stimmt! Mach ich auch, aber ich muss gestehen, dass ich durchaus eine gewisse Leidenschaft für dieses Medium entwickelt habe. All das wäre nicht möglich ohne die vielen engagierten Blogger durch deren Seiten ich wirklich viel gelernt habe. Besonderer Dank gilt den Verfassern meiner derzeitigen  Hauptlektüre:

Vladimir Simovic

Die ultimative Praxisanleitung zum Erstellen eines WordPress-Blogs von Vladimir Simovic und Thordis Bonfranchi-Simovic kann ich uneingeschränkt empfehlen. Ich bin wahrlich kein Profi, das mittlerweile bei mir vorhandene Wissen würde ich als Halbwissen bezeichnen, aber genau deshalb kann ich das Buch empfehlen: Ich verstehe den Inhalt. Das ist  nicht bei allen Werken zum Thema Blog erstellen der Fall!

Sehr hilfreich bei der Arbeit am eigenen Blog fand ich die Seite von Christina Fuchs alias  blog vanvox.  Hier finde ich immer wieder gut verständliche Anleitungen z.B. zum Einbau von Social Media Buttons, zu Google Analytics und zur Suchmaschinenoptimierung.

Und auch wenn ich jeden Tag wieder etwas Neues finde, wie diese Seite noch verändert werden könnte: Jetzt ist erst mal Schluss!

Ich werd’ mich jetzt wieder mehr um die Psychologie kümmern, um Potenzialentwicklung und Potenzialanalysen, um Positive Psychologie und natürlich um Neues im Bereich Psychologie und Web 2.0.

Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen in Form von Kommentaren. Auch über Besuche auf der GründerInnen-Seite und auf meinem Kaffeepsychologie-Blog!

Die Antwort auf Burnout: Das Resilienzkonzept

Momentan erscheint fast täglich in der aktuellen Presse ein Titel, der sich mit dem Burnout – Syndrom beschäftigt. Was häufig fehlt ist eine klare Antwort, wie mit der Problematik umgegangen werden kann. Meiner Meinung nach bietet das Resilienzkonzept eine hervorragende Möglichkeit Stress, Krisen und Burnout professionell zu bewältigen. Martin Luitjens und Ulrich Siegrist, die Autoren  des „3o Minuten Resilienz“ Ratgebers schaffen es auf 96 Seiten kurz, prägnant und fundiert einen Einblick in das Resilienzkonzept zu geben. Wer einen ersten Einstieg in die Thematik der seelischen Widerstandsfähigkeit sucht, ist mit „30 Minuten Resilienz“ gut beraten.

Was mir sehr gut gefällt: Das Buch ist nicht zu theoretisch aber auch nicht zu flach. Es gibt praktische Anleitung zum Umgang mit Krisen und zur Förderung von Resilienz. Mit Beispielen aus der Coaching – Praxis der Autoren wird das Konzept greifbar und anwendbar.  Ein Kurz-Fragebogen, zur Erstellung des eigenen Resilienzprofils, rundet das Werk ab.

Ich befasse mich seit mehreren Jahren mit dem Resilienzkonzept.  Da es für meinen Geschmack immer ein bisschen zu lange dauert, bis sich die Forschungsergebnisse in der Praxis durchsetzen, möchte ich Ihnen mit dem folgenden Übersichtsartikel einen kleinen Einblick in die Ergebnisse  der Resilienzforschung geben.

Die Erkenntnisse über resilientes Verhalten basieren überwiegend auf einer Langzeitstudie: 698 Kinder der hawaianischen Insel Kauai, die im Jahr 1955 geboren wurden, wurden 40 Jahre lang von der Psychologin Emmy Werner begleitet. Sie wollte wissen, wie sich frühe negative Erfahrungen auf Psyche und Entwicklung der Kinder auswirken, die alle in ein riskantes Umfeld hineingeboren wurden.

200 der Kinder galten als hochgradig gefährdet. Sie waren schon an ihrem zweiten Geburtstag Risikofaktoren wie Armut, Streit und Trennung der Eltern ausgesetzt. Jeder hätte bei diesen Faktoren Entwicklungs- und Verhaltensstörungen erwartet. Die Ergebnisse der Studie waren bahnbrechend: Zwei Drittel der Kinder entwickelten tatsächlich schwere Lern- und Verhaltensstörungen, wurden im Jugendalter straffällig oder hatten psychische Probleme. 30 Prozent der Kinder wuchsen jedoch zu gesunden Erwachsenen heran, die gut mit ihrem Leben und ihren Partnern zurechtkamen. Alle hatten trotz großer wirtschaftlicher Probleme ihres Landes Arbeit und waren nicht straffällig geworden. In den geführten Interviews sprachen sie wenig über Ärger, eher über Mitgefühl für andere Menschen. Oft war ein Lieblingslehrer ihr positives Rollenmodell, die Schule ein Zufluchtsort.

Unter Resilienz versteht man die psychische Widerstandsfähigkeit von Menschen gegenüber Entwicklungsrisiken. Resilienz bezieht sich auf die Bewältigungskompetenz. Es zeigen sich starke Parallelen zum Salutogenese-Konzept von Aaron Antonovsky: Nicht was krank macht interessiert, sondern was Menschen gesund hält, trotz gesundheitsgefährdender Risiken.

Es findet beim Resilienzkonzept eine Umkehrung der Risikoforschung statt: Diese konzentriert sich darauf, welche Risiken im Lebensverlauf verstärkt das Entstehen psychischer Erkrankungen fördern. Als Risikofaktoren bezeichnet man: elterliche Scheidung, chronische familiäre Disharmonie, elterliche Psychopathologie wie Alkoholismus, Depression etc. Über die Beobachtung großer Unterschiede im Umgang von Kindern mit Risikofaktoren, erkannte man, dass es Kinder gibt die hier mit Verhaltensauffälligkeiten reagierten und andere die unter diesen schweren Lebensbedingungen stark werden und seelisch wachsen. Es zeigt sich, dass einige Kinder als Produkt erfolgreicher Bewältigung widriger Umstände erstaunliche Fähigleiten besitzen, mit negativen Einflüssen umzugehen. Zum Beispiel weisen 90% der Kinder mit einem kranken (schizophrenen Elternteil) entgegen der früheren Erwartung keine psychische Störung auf.

Lange Zeit wurde das Phänomen der psychischen Widerstandfähigkeit von der Forschung ausgeblendet. Es bestand die Tendenz sich hoffnungslos auf die Probleme der Menschen zu konzentrieren, sowie auf alles was falsch laufen kann. In der Literatur wurden resiliente Kinder lange als unverwundbar und extrem stark dargestellt. Sogenannte Wunderkinder. Niemand machte sich die Mühe die Bedingungen und Faktoren für die Entwicklung von Widerstandsfaktoren genauer anzuschauen. Bei der Erforschung von Lebensläufen dieser Kinder, kam man zu dem Schluss, das Resilienz ein dynamischer Entwicklungs- -und Anpassungsprozeß ist. Sie ist somit kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine Kompetenz die im Laufe eines Kinder – bzw. Jugendlichenlebens erworben wird. Die Interaktion (Wechselwirkung) Kind-Umwelt kann resilient machen. Aus heutiger Sicht ist die aktive Rolle des Individuums im Resilienzprozess entscheidend, d.h. die Art und Weise wie der Mensch mit Stress und Risikofaktoren umgeht. Resilienz ist somit eine variable Größe. Menschen müssen nicht immer gleich resilient sein. Es kann sein, das ein Kind resilientes Verhalten zeigt, als Jugendlicher hingegen eine erhöhte Verletzlichkeit aufweist. Dies spielt vor allem bei den Entwicklungsübergängen eine Rolle: z.B. der Übergang vom Kindergarten in die Schule. Resilienz meint deshalb eine elastische Widerstandsfähigkeit, immer an die situativen Faktoren angepasst. Somit erwirbt man Resilienz nicht einmal und hat sie. Sie muß durch Umgebungsbedingungen unterstützt werden. Resilienz ist situationsspezifisch und multidimensional. Resilienz in einem Lebensbereich, kann nicht unbedingt auf alle anderen Lebensbereiche übertragen werden. So können z.B. Kinder die chronischen elterlichen Konflikten ausgesetzt sind, in Bezug auf schulische Leistung resilient sein, aber nicht unbedingt in Bezug auf die Entwicklung sozialer Kontakte und Beziehungen. Deshalb spricht man von einer situations- und lebensbereichspezifischen Resilienz. Der Fokus liegt auf erfolgreicher Bewältigung, auf Kompetenzen und Stärken.

Schwere Lebensereignisse bieten die Chance einer neuen Lebensgestaltung und persönlichen Weiterentwicklung. Keine Defizitorientierung. Der Schwerpunkt liegt auf Fähigkeiten, Potentialen und Ressourcen eines Menschen, ohne vorhandene Probleme zu ignorieren oder zu unterschätzen. Von Interesse ist wie mit Stress und Stressbewältigung umgegangen wird, und wie Bewältigungskapazitäten aufgebaut bzw. gefördert werden. Man fragt also: Was stärkt den Mensch? Ein reparaturorientiertes Förderverständnis wird vermieden. Stattdessen kommt es zur Suche nach Selbstkorrekturkräften.

Ein weiterer Fokus wird auf die Eigenaktivität gerichtet: Der Mensch wird als aktiver Bewältiger und Mitgestalter seines Lebens gesehen, durch effektiven Gebrauch sogenannter interner und externer Ressourcen. Menschen werden nicht als passives Prägeprodukt äußerer Einflüsse verstanden.

Wichtig: Kinder können sich nicht selbst dauerhaft resilient machen, sondern brauchen maßgeblich Unterstützung und Hilfe von außen. Kinder sind auf stützende Systeme angewiesen (mehr als Erwachsene) und haben weniger Erfahrung mit Stressoren, sie können ihre Ressourcen nur vage einschätzen. Manche Bewältigungsstrategien, die Erwachsene praktizieren, sind für Kinder mit Sanktionen verbunden. ( eine Situation verlassen, z.B. in der Schule; die Leistung verweigern z.B. über Krankmeldung etc.) Deshalb ist es wichtig Kinder schon früh an aktive und konstruktive Formen der Stressbewältigung heranzuführen. Damit wirkt man der sogenannten generalisierten Selbstzuschreibung von Inkompetenz entgegen.

Ein Beispiel: Die sogenannte erlernte Hilflosigkeit: Die wiederholte Erfahrung unkontrollierbaren Ereignissen hilflos ausgeliefert zu sein. Hierdurch entsteht die Neigung, dies auch auf andere Lebensbereiche oder Aufgaben zu übertragen. Anforderungen die vorher erfolgreich bewältigt wurden, werden dann als unüberwindbare Belastung empfunden. Macht ein Mensch immer wieder die Erfahrung, dass er keine Veränderungen bewirken kann, dass seine Handlungen nicht die gewünschten Effekte erzielen, dass er Ereignisse nicht kontrollieren kann, dann entsteht das Gefühl von Hilflosigkeit. Menschen erleben dann kontrollierbare Ereignisse als unkontrollierbar. Deshalb gehört zur Förderung wichtiger Resilienzfaktoren, die Entwicklung von Problemlösefähigkeit, die Förderung der Selbstwirksamkeitsüberzeugung und die positive Selbsteinschätzung. Außerdem die Stärkung der Motivation zur Bewältigung von Herausforderungen.

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Foto: istockphoto/Pesky Monkey

Management by Oxygen – oder was gute Führung mit Sauerstoff zu tun hat

Sie sind jetzt sicher irritiert. Was hat gute Führung mit Sauerstoff zu tun? Sollen Sie als Chef jetzt auch noch für gute Luft sorgen? Sie haben ohnehin schon genug am Hals.

Seit Wochen recherchiere ich über Google Alerts den Suchbegriff „Gute Chefs“. Erstaunliches fördert man da zu Tage. Der häufigste Kündigungsgrund für Mitarbeiter ist der unmittelbare Continue reading